FAQs zur Maria-Montessori-Schule Bad Dürkheim

Wodurch unterscheiden sich Montessori Schulen von Regelschulen?

Im Vordergrund steht die individuelle Förderung jedes einzelnen Kindes: seine sensiblen Phasen, seine Eigentätigkeit durch selbstbestimmtes und ganzheitliches Lernen. Eine vorbereitete Umgebung ermöglicht den Kindern in Freiarbeit nachhaltig zu lernen. Dies bedeutet, dass die Kinder sich für eine Arbeit entscheiden und die dazu angebotenen Lernmaterialien, den Lernort und den Lernpartner frei wählen können. Ausgehend von den Vorkenntnissen und dem Leistungsstand in den unterschiedlichen Lernbereichen, wird jedes Kind seinen Fähigkeiten entsprechend und pädagogisch sinnvoll gefördert. Es wird rein am Kind orientiert gearbeitet.
Das bedeutet in der Praxis, dass die Kinder genau dort „abgeholt werden“, wo sie stehen.
Kleine Lerngruppen (maximal 20 Kinder pro Gruppe) und ein hoher Personalschlüssel sichern eine individuelle Betreuung.

Was gibt es über unsere Schule zu wissen?

Unsere Schule wurde 2007 gegründet und ist seit 2010 eine staatlich anerkannte Ganztagsgrundschule in freier Trägerschaft des Vereins „Frohe Kinder- und Elternzeit e.V.“.
Die Lerninhalte basieren auf den amtlichen Rahmen- und Lehrplänen des Landes Rheinland-Pfalz. Die Kinder entscheiden in Absprache mit den Lehrkräften, was und mit welchen Materialien sie in der Freiarbeitszeit lernen. Jede Gruppe ist mit zwei Pädagoginnen bzw. Pädagogen besetzt.
Musik, Kunst, Sport, Fremdsprachen sowie Natur- und Sachkunde werden – neben integrierter Projektarbeit – auch als Fachunterricht angeboten. Das Lesen wird an unserer Schule proaktiv durch tägliche fest eingeplante Zeiten gefördert.

Was bedeutet Ganztagsschule?

Wir sind eine verpflichtende Ganztagsschule. Der Unterricht beginnt um 8:00 Uhr und endet um 15:30 Uhr. Die Kinder werden ab 7:45 Uhr betreut.
Das Ganztagskonzept ermöglicht eine rhythmisierte Gestaltung des Tages, wobei sich körperliche, musische und geistige Arbeit abwechseln und ergänzen.

Warum gibt es keine Zensuren?

Lernen unter Druck und der damit verbundenen Angst – so die Hirnforschung – ist unproduktives Lernen. Im Gehirn bilden sich nur dann neue Verbindungen, wenn beim Lernen sogenannte Neurotransmitter (Botenstoffe) ausgeschüttet werden. Dies geschieht nur, wenn Emotionen beteiligt sind. Wer sich später an Gelerntes erinnert, ruft dabei immer auch die Emotion auf, die mit dem Lernen verbunden war. Es gibt daher keinen Notendruck oder vergleichende Tests.
Die Kinder lernen ohne Konkurrenzkampf und ihre intrinsische (eigene) Motivation bleibt erhalten.
Stattdessen gibt es individuelle Beurteilungen und gemeinsame Gespräche über den Leistungsstand der Kinder, wobei die Gesamtentwicklung im Vordergrund steht, nicht der Wissensstand. Noten werden durch Lernbriefe an die Kinder ersetzt.

Gibt es Hausaufgaben und muss mein Kind zu Hause lernen?

Nein. Die Kinder haben nach Schulschluss frei. Was jedoch nicht bedeutet, dass sich die Kinder nicht weiter mit ihren derzeitigen Themen beschäftigen. Und natürlich können wir als Eltern mit gutem Beispiel vorangehen und gemeinsam mit den Kindern lesen oder auch spielen.

Wie setzen sich die Lerngruppen (Schulklassen) zusammen?

Momentan gibt es zwei Lerngruppen mit Schülerinnen und Schülern des ersten bis vierten Schuljahres. Die jahrgangsübergreifende Altersmischung der Lerngruppe fördert Teamfähigkeit und trägt zum Lernerfolg bei, denn jüngere Kinder lernen von älteren. Diese wiederum festigen in der Zusammenarbeit mit den jüngeren Kindern ihr Wissen und alle entwickeln weitreichende soziale Kompetenzen. Zudem ist Lernen weniger abhängig vom Alter der Kinder als das die Inhalte zum Entwicklungsstand und dem Interesse der Kinder passen.

Welche Unterrichtsformen gibt es?

Neben Freiarbeit gibt es Teamarbeit, Projekte, stille Übungszeiten, teilweise gemeinsamen Unterricht zur Einführung neuer Lerninhalte und selbst organisiertes Lernen. Zudem gibt es regelmäßige waldpädagogische Einheiten, ebenso wie Besuche der Stadtbücherei Bad Dürkheim. Außerschulische Aktionen in Form von Wanderungen, Ausflügen, Unterrichtsgängen, Museumsbesuchen und Klassenfahrten sind fest in unserem Schulleben verankert.

Gibt es Regeln oder machen die Kinder, was sie wollen?

Die Freiheit unserer Kinder hat als Grenze die Gemeinschaft, denn Freiheit bedeutet nicht, dass man tut, was man will, sondern Meister seiner selbst zu sein.“
(Maria Montessori, Grundlagen meiner Pädagogik 1968)
Natürlich gibt es auch bei uns Regeln. Jedes Kind ist verpflichtet, Eigenverantwortung für das eigene Lernen zu übernehmen. Die Pädagoginnen bzw. Pädagogen verstehen sich als Lernbegleiterinnen bzw. Lernbegleiter und greifen nur ein, wenn die Kinder Unterstützung brauchen. Dann wird gemeinsam mit dem Kind oder den Kindern das Gespräch gesucht, um gemeinsame Lösungen zu finden. Die Kinder unterstützen sich gegenseitig darin, dass ruhige Phasen zum konzentrierten Arbeiten möglich sind und gewährleistet werden. Demokratie wird in unserer Schule durch täglichen Gruppenrat gelebt und gefördert. Dabei geht es immer wieder um die Grenzen und Bedürfnisse des Einzelnen, aber auch der Gruppe.
Ein wertschätzender Umgang bildet die Grundlage unserer Schulgemeinschaft.

Was zeichnet die Pädagoginnen bzw. Pädagogen aus, die bei uns unterrichten?

Die Lehrerinnen und Lehrer haben das 1. oder 2. Staatsexamen und das Montessori-Diplom.
Die pädagogischen Fachkräfte haben eine pädagogische Ausbildung (z. B. Sozialpädagogik) und ebenfalls das Montessori-Diplom.
Zudem zeichnet unsere Pädagoginnen bzw. Pädagogen aus:
sehr großes Engagement, eine positive und wertfreie Einstellung dem Kind gegenüber, Vertrauen ins Kind und in seine/n Lernprozess/Selbstorganisation/Lernmotivation, Gelassenheit und Humor, sehr gute räumliche und fachliche Vorbereitung, Nähe zu den Eltern für kooperative Entwicklungsbegleitung.

Wie geht es nach der Grundschule weiter?

Die Eltern entscheiden in Absprache mit den Kindern und den Pädagoginnen bzw. Pädagogen, welche Schulform die geeignete ist und welche Empfehlung für den weiteren Schulbesuch ausgesprochen wird. Der Besuch einer weiterführenden staatlichen Schule wird gewährleistet und ist genauso möglich wie die Fortsetzung an einer weiterführenden Montessori-Schule. Unsere Schulabgänger zeichnen sich neben ihrer hohen Selbständigkeit auch durch ein enormes soziales Engagement aus.

Für wen ist unsere Montessori-Schule interessant?

Für Eltern, die daran interessiert sind, dass ihre Kinder in ihrem Lerntempo und ohne Druck lernen – gemeinsam mit den Pädagoginnen bzw. Pädagogen, die den Kindern respektvoll und wertschätzend begegnen, sie begleiten und zielgerichtet fördern.

Lernt mein Kind so genug?

Die Frage ist: Wofür lernt das Kind genug und im Vergleich wozu?

Die Kinder haben an unserer Schule die Möglichkeit, ihrem Potential entsprechend so viel zu lernen, wie sie können – auch mehr als die Lehrpläne vorgeben. Unser Ziel ist es, dass die Kinder neben Grundfähigkeiten, Kompetenzen und Wissen mit einem stabilen Selbstwertgefühl ein zufriedenes und glückliches Leben führen können.

Fällt es meinem Kind schwer, ohne seine Kindergartenfreunde in die Schule zu gehen?

Aus Erfahrungen unserer Montessori-Kinder und -Eltern bleiben gute Freundschaften im nahen Umfeld auch nach der KITA erhalten, indem die Kinder sich nach der Schule und in Vereinen sich mit Freunden treffen.
Unsere Schulkinder haben nach Schulschluss viel Zeit zum Spielen, da es keine Hausaufgaben, Arbeiten oder Tests gibt.

Für einen sanften Übergang von der KITA zur Grundschule empfehlen wir unsere Bambini-Kurse ab 4,5 – 6 Jahren. Diese Kurse werden mehrfach in einem Schuljahr angeboten und hierdurch können die Kinder bereits erste Erfahrungen mit Montessori-Materialien und den Räumlichkeiten machen sowie unseren Pädagoginnen bzw. Pädagogen kennenlernen. In kleinen Gruppen, zusammen mit den Eltern, fühlen sich die Kinder sehr wohl und knüpfen Kontakte und Freundschaften mit zukünftigen Schulfreunden.

Wird in der Schule ein Mittagessen angeboten?

Ja. Ein gesundes und kindgerechtes Mittagessen wird frisch zubereitet und unmittelbar vor der Mittagspause angeliefert. Die abwechslungsreichen Menüs sorgen für eine vitaminreiche und ausgewogene Ernährung. Sie sind weitgehend saisonal und regional abgestimmt.

In welcher Form findet der Sportunterricht statt?

Der Sportunterricht findet in der Turnhalle bzw. bei gutem Wetter im Freien statt. Zudem gibt es halbjährlich Schwimmunterricht im Salinarium Bad Dürkheim.

Wie kommt mein Kind zur Schule?

Es besteht eine Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr. Darüber hinaus organisieren sich viele Eltern in Fahrgemeinschaften.

Wie erfolgt die Aufnahme in unsere Schule?

Damit die Eltern einen ersten Einblick ist unser Konzept bekommen, bieten wir offene Hospitationen von 7:45 Uhr bis 10 Uhr an. Die aktuellen Termine und die Anmeldung dazu finden Sie auf unserer Homepage. Die Eltern können hautnah erfahren, wie die Lernatmosphäre, die individuelle Lernplanung und die Durchführung ablaufen. Transparenz ist uns sehr wichtig.
Die Termine für die Hospitation des Kindes werden persönlich vereinbart. Sollten darauffolgend das Kind, die Eltern und die Pädagoginnen bzw. Pädagogen eine Einschulung befürworten, erfolgt die Aufnahme.

Muss ich dem Trägerverein „Frohe Kinder- und Elternzeit e. V.“ beitreten?

Ja, ein Schulplatz für das Kind setzt die Vereinsmitgliedschaft voraus.

Was wird von uns als Eltern erwartet?

Die Schule stützt sich auf die Elternmitarbeit in mehrfacher Hinsicht. Die Eltern sind als Träger der Schule im Verein „Frohe Kinder- und Elternzeit Bad Dürkheim“ zusammengeschlossen und damit für die geschäftliche und organisatorische Wahrnehmung der Trägerschaft verantwortlich. Das Einbringen von eigenen Kompetenzen z. B. in Form von Öffentlichkeitsarbeit, Hilfe bei schulischen Veranstaltungen, bei Aktionstagen, der Materialpflege u. ä. wird erwartet.

Außerdem setzen wir voraus, dass die Eltern sich mit den Grundprinzipien der Montessori-Pädagogik auseinandersetzen und ihre Kinder vertrauensvoll auf ihrem Weg begleiten und somit ihren Lernerfolg unterstützen. Zudem sollten die Eltern sich für die Entwicklung ihrer Kinder in der Schule interessieren, indem sie Elternabende besuchen, SchülerInnen-Eltern-LehrerInnen-Gespräche führen und gerne in die Schule kommen, wenn ihnen die Kinder ihre Lernfortschritte in Form von Aufführungen, Präsentationen o.ä. vorstellen möchten.

Wie finanziert sich die Schule?

Als staatlich anerkannte Schule ist die Maria-Montessori-Schule Bad Dürkheim zum größten Teil öffentlich finanziert. Weitere Kosten werden durch monatliche Elternspenden und eine Einmalspende bei Schuleintritt getragen.

Bei allen weiteren Fragen wenden Sie sich gerne an uns.

Wir freuen uns auf Sie und auf ihre Kinder!